Welche Möglichkeiten gibt es?
Es hilft, den eigenen Körper besser zu verstehen und über die Möglichkeiten der Unterstützung Bescheid zu wissen. Von Anpassungen im Lebensstil bis zur Hormonersatztherapie:
Bewegung und Krafttraining
Mit sinkendem Östrogen verlieren wir leichter Muskeln – das hat zur Folge, dass wir weniger Energie verbrauchen. Wir essen wie gewohnt und nehmen trotzdem zu. Um kräftig zu bleiben und den Stoffwechsel zu aktivieren, ist regelmäßige Bewegung das A und O. Dabei kommt es auf eine Mischung aus Ausdauer- und Krafttraining an.
Mit den Hormonen verändert sich auch die Knochenstabilität. Auch hier helfen Bewegung und Krafttraining, um Osteoporose vorzubeugen. Es braucht nicht unbedingt ein Fitnessstudio, auch gezielte Übungen mit Hanteln zuhause können helfen.
Ernährung
Durch die Abnahme der Muskeln verändert sich der Energiebedarf. Bei gleicher Kalorienzufuhr setzt der Körper also leichter Fett an. Eine ausgewogene Ernährung mit ausreichend Eiweiß kann dabei helfen, Muskelmasse zu erhalten und den Körper gut zu versorgen.
Pflanzliche Präparate
Für manche Beschwerden können pflanzliche Präparate eine Unterstützung sein. Je nach Beschwerdebild kommen unterschiedliche Wirkstoffe infrage. Allerdings wirkt nicht jedes Präparat bei jeder Frau gleich gut, und die wissenschaftliche Datenlage ist je nach Produkt unterschiedlich. Sprechen Sie uns deshalb an und lassen Sie sich beraten. Generell empfehlen wir Substanzen, deren Wirksamkeit wissenschaftlich belegt ist, z.B. Hopfen bei Unruhe und Schlafstörungen oder Präparate mit Rotklee, der nachweislich Hitzewallungen lindern kann.
Nahrungsergänzungsmittel
Omega 3, Vitamin D, Magnesium: Rund um die Wechseljahre werden zahlreiche Nahrungsergänzungsmittel beworben. Doch es gibt nicht das eine gute Produkt für alle, es lohnt sich der Blick auf Faktoren wie Ernährung, Lebensstil und Vorerkrankungen.
Gerade im Internet finden sich viele Produkte mit großen Versprechen. Nicht alle sind sinnvoll dosiert oder wissenschaftlich gut belegt. Auch hier unterstützen wir Sie mit einer fundierten Beratung, ob und welches Mittel für Sie geeignet ist.
Hormonersatztherapie: Chance oder Risiko?
Die Hormonersatztherapie (HRT) gehört zu den wirksamsten Behandlungsmöglichkeiten bei bestimmten Wechseljahresbeschwerden. Dennoch sind viele Frauen verunsichert aufgrund widersprüchlicher Aussagen über Nutzen und Risiken.
Tatsächlich gibt es keine allgemeingültige Antwort auf die Frage, ob Hormone sinnvoll sind oder nicht. Eine Hormonersatztherapie kann beispielsweise helfen bei:
- Hitzewallungen
- Schweißausbrüchen
- Schlafstörungen
- Beschwerden im Intimbereich
Ob sie infrage kommt, hängt jedoch von vielen Faktoren ab:
- Art und Stärke der Beschwerden
- Alter
- Vorerkrankungen
- persönliche Risikofaktoren
- individuelle Wünsche
Deshalb sollte die Entscheidung immer gemeinsam mit der behandelnden Frauenärztin getroffen werden. Hormone können beispielsweise als Gel, Pflaster, Spray oder Tablette angewendet werden. Welche Form sinnvoll ist, hängt von der individuellen Situation ab.
Bioidentische Hormone – was bedeutet das?
Wer sich mit den Wechseljahren beschäftigt, stößt früher oder später auf den Begriff „bioidentische Hormone“. Oft entsteht dabei der Eindruck, bioidentisch bedeute automatisch natürlicher oder besser. Tatsächlich beschreibt der Begriff zunächst nur eines: Das Hormon besitzt dieselbe chemische Struktur wie das Hormon, das der Körper selbst bildet. Viele moderne Hormonpräparate enthalten bereits solche bioidentischen Hormone. Ob eine Therapie sinnvoll ist, hängt jedoch von deutlich mehr Faktoren ab: Beschwerden, Vorerkrankungen, Lebenssituation und persönliche Ziele spielen bei der Entscheidung eine wichtige Rolle.